Seminar SS02 Prof. Dr. Ch. Pfister: Industrialisierung Europas

Impulse aus Technik und Wissenschaft

Pascal Schuppli

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Synopsis

Das Referat befasst sich mit den Impulsen aus Technik und Wissenschaft, welche die europäische Wirtschaft zwischen den ungefähren Eckdaten 1750 und 1900 erfuhr. Wie manifestierten sich diese Impulse? Wie funktionierte der sogenannte Technologietransfer von der Invention über die Innovation bis zur Diffusion neuer Technologie? Wer waren die Inventions- und Innovationsträger, und in welchem wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technischen und sozialen Umfeld agierten sie?

Auf die meisten dieser Fragen gibt es keine abschliessenden Antworten; sie sollen hier jedoch beleuchtet und diskutiert werden.

Forschungsstand

Während die Datenbasis der Technikgeschichte recht gross ist und die Fakten über Erfindungen, Innovationen und Nachfolgeerscheinungen zumeist unbestritten sind ("was" und "wann"), gibt es noch keine einheitlichen Antworten auf das "wie" und "warum". Mehr oder weniger simple Erklärungen, welche die industrielle Revolution und das anhaltende Wirtschaftswachstum mit ganz bestimmten technischen Entwicklungen (wie z.B. der Dampfmaschine) erklärt haben, haben seit längerer Zeit ausgedient. An ihre Stelle sind komplexere Theorien getreten, welche der Technik unterschiedliche Bedeutung zumessen; von einem integralen Bestandteil des sozialen und ökonomischen Wandels bis zum puren Produkt des freien Marktes. Es gibt noch erhebliche Lücken in unserem Verständnis vom Ursprung des technischen Fortschrittes und den Interdependenzen zwischen Technik und Wirtschaft (Wie auch zu den Interdependenzen Technik/Politik). Zwar können wir Invention, Innovation und Technologietransfer in Einzelstudien erfassen (Mikroebene), das Bindeglied zu den übergreifenden Theorien zu Ursprung und Triebfeder der industriellen Revolution und Wirtschaftswachstum (Makroebene) ist jedoch noch sehr schwach (Keine konsensfähige Generalisierung von Erkenntnissen).

Outline

  1. Einleitung
  2. Fragestellung, Definitionen, Wissenstand
  3. Übersicht
    1. Prime Movers
    2. Das Wasserrad, die Windmühle, der hinkende Siegeszug der Dampfmaschine.
    3. Fortschritte in der Industrie
    4. Die Textilbranche, die Chemie und der Maschinenbau in Schlaglichtern
    5. Naturphilosophie und Wissenschaft
      1. Invention
        1. Wer waren die Erfinder?
        2. Was waren ihre Motive?
        3. Wirtschaftliche Motivation vs Tüftler, Bastler und reine Neugierde
        4. Das wissenschaftlich-technische Umfeld
        5. Die Ausbildung von Societies und Journals und die Herstellung eines Netzwerkes, in dem sich Wissen und Information verbreiten und multiplizieren konnten.
      2. Der Prozess der Innovation - Wie funktioniert der Technologietransfer?
        1. Wirtschaftliche Faktoren - Der "Motor" Nachfrage
        2. Innovationsträger
        3. Die Rolle des Unternehmers als Innovationsträger respektive als Beschäftiger von Innovationsträgern.
        4. Staatliche Intervention und Förderung
        5. Förderung technischer Entwicklung, Schaffung eines Ausbildungssystems, ein funktionierendes Patentsystem, Kontrolle der Anwendung von Technik, Rolle als Hauptabnehmer (z.B. Rüstungsaufträge)
        6. Widerstand gegen Innovation
      3. Fazit

      Thesen

      • Ebensowenig wie das anhaltende Wirtschaftswachstum einseitig durch Erfindungen im Bereich der Technik erklärt werden kann, reicht es aus, Invention und Innovation auf reine Folgeerscheinungen von Marktkräften zu reduzieren.
      • Invention und Innovation fanden zu jeder Zeit statt. Ein wichtiger Faktor, weshalb es erst im 18./19. Jh. zu einem so massiven Zuwachs an technischen Neuerungen kam, ist die Präsenz einer "Infrastruktur" zur Wissensverbreitung. Sie ermöglichte eine Synthese des Wissens und die Diffusion der resultierenden technischen Innovationen.

      Bibliographie

      Die vollständige Bibliographie ist unter www.phar.ch/2002/4/23/bibliography verfügbar.